

Wir haben die Informationen entlang der Reisekette sortiert. Sie verdeutlichen Schritt für Schritt, worauf es beim bewussten Reisen ankommt.
Bewusst reisen beginnt mit der richtigen Planung. Vielfältige Informationen über Gesellschaft, Kultur, Umwelt und politische Hintergründe des Reiselandes sind dabei ebenso wichtig wie die Qualität des Hotels. Von Interesse ist auch, mit welchem Reiseveranstalter man verreist. Manche zeigen ökologisches und soziales Engagement und informieren ihre Kunden darüber, etwa in Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichten.
Die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln verringert die Umweltbelastung. Bus und Bahn stoßen weit weniger Schadstoffe aus als Auto und Flugzeug. Engagierte Veranstalter bieten daher nach Möglichkeit Alternativen zur Nutzung des eigenen Autos. Ist eine Flugreise unvermeidlich, sollten Urlaubsdauer und Entfernung zum Reiseziel in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen. Zum Beispiel: keine Flüge unter 700 km, ab 700 km mindestens acht Tage Aufenthalt und ab 2000 km mindestens 15 Tage Aufenthalt.
Übrigens: Umweltbewusste Reiseunternehmen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, die Klimawirkung des Flugs zu kompensieren. Reisende zahlen dazu einen entfernungsabhängigen Preisaufschlag, der in Klimaschutzprojekte fließt.
Bei der Auswahl des Reiseziels sollten Umwelt- und Sozialverträglichkeit eine wichtige Rolle spielen. Der Urlaub muss nicht immer ins Ausland führen. Auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl attraktiver Tourismusregionen, die umweltfreundlich zu erreichen sind. Reisen in kulturell oder ökologisch sensible Regionen erfordern Informationen durch den Reiseveranstalter, eine angepasste Teilnehmerzahl und speziell ausgebildete Reiseleiter. Zum bewussten Reisen in ferne Länder gehört auch, dass die Kunden über die Situation von Kindern und Frauen informiert werden und Hinweise gegeben werden, was Reisende gegen Prostitution und Ausbeutung in Touristenzentren tun können.
Bewusst gewählte Unterkünfte bieten der lokalen Bevölkerung Beschäftigung und Einkommen. Faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne sollten dabei gewährleistet sein. Eine umweltbewusste Betriebsführung verringert die ökologischen Folgen des Tourismus erheblich. Gute Unterkünfte zeichnen sich zum Beispiel durch Abfallvermeidung und -trennung sowie Energie- und Wassersparmaßnahmen aus. Sie informieren ihre Gäste zu Umweltverhalten, kulturellen Besonderheiten und über das Angebot regionaler öffentlicher Verkehrsmittel, bieten dem Gast an, ihn vom nächstgelegenen Bahnhof abzuholen und stellen geeignetes Karten- und Informationsmaterial für Aktivitäten vor Ort zur Verfügung. Wichtig ist auch die Lage außerhalb von Schutzgebieten und eine angepasste Architektur.
Bewusst Reisende nutzen die Vielfalt und Vorzüge regional erzeugter Lebensmittel. Frisches, saisongerechtes Gemüse, Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, regionale Speisen und Getränke, alternativ auch als Vollwert- bzw. vegetarische Variante angeboten – auf all das greift die bewusste Küche zurück und bietet es ihren Gästen an. Das schmeckt nicht nur, sondern schont auch die Umwelt und schafft Arbeitsplätze in der Region.
Auch im Urlaub sind die eigenen Füße und das Rad die umweltfreundlichsten Fortbewegungsmittel. Autofahrten, Rund- und Inlandsflüge belasten dagegen in erheblichem Maße Umwelt und Klima. Wo Fuß und Rad nicht reichen, sollte nach Möglichkeit auf Bus- und Bahn bzw. Taxi umgestiegen werden.
Entsprechend vorteilhaft sind die inzwischen vielerorts angebotenen Mobilitätskarten, die sowohl die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel als auch den Eintritt zu verschiedenen touristischen Sehenswürdigkeiten beinhalten.
Heli-Skiing in den Alpen, Rundflüge im Himalaya oder Ralley-Touren im Amazonasdschungel - Aktionsurlaube in spektakulärer Umgebung ziehen immer mehr Menschen an. Ist eine Region einmal für den Tourismus erschlossen, zerstören die Besucher unter Umständen genau das, was sie eigentlich genießen wollen – die ursprüngliche Landschaft mit ihren kulturellen Besonderheiten.
Verantwortungsvolle Reiseveranstalter bieten umweltschonende Aktivitäten an und arbeiten mit der einheimischen Bevölkerung zusammen.
Die Befragung der Reisegäste gehört heute zum guten Ton in der Reisebranche. Umweltaspekte sollten dabei nicht ausgeklammert werden. Von bleibendem Wert ist es zudem, wenn aus den Tourismus-Einnahmen soziale oder ökologische Projekte vor Ort gefördert werden, etwa Schulen, Krankenhäuser oder Schutzgebiete.